Lanzarote

Die Temperaturen der Kanarischen Inseln sind wohl in den kalten Wintermonaten die beständigsten und höchsten in Europa, welches Lanzarote zu einem Urlaubsziel während des ganzen Jahres macht. Man kann hier sogar Tomaten im Dezember pflanzen! Lanzarote ist von allen Inseln die am nächstgelegenste an Marokko und der marokkanische Einfluss wird auch auf vielfältige Weise sichtbar – nicht zuletzt durch die Anzahl der Kamele, die es seit 1402 auf der Insel gibt. Die großen Vulkanausbrüche zwischen 1730 und 1736 haben eine große Fläche des flachen Landes mit Lava bedeckt und somit die ehemalige Kornkammer der Insel unter sich begraben. Aber die Inselbewohner waren erfinderisch und haben eine einzigartige Methode erfunden, das Land wieder zu bewirtschaften. Sie zermahlten das Vulkangestein in kleine Körnchen, welches sie „Picon“ nannten und haben damit den Boden bedeckt. Dieses Picon saugt die Feuchtigkeit der Nacht auf und gibt sie an den Erdboden zurück, bevor die heiße Sonne alles verdunsten lässt.



Das Weinanbaugebiet „La Geria“ ist ein anderes bemerkenswertes Beispiel der Landwirtschaft. Alle Weinstöcke werden durch einen Halbkreis von Vulkansteinen vor dem Wind geschützt. Dieser Landstrich wird allgemein betrachtet als eines der Weltwunder. In den 60er Jahren erklärte das Museum of Modern Art in New York dieses Weinanbaugebiet zum Gesamtkunstwerk und bezeichnete es als eine „Architektur ohne Architekten“. Die Weinproduktion ist bis heute mit einer jährlichen Ernte von mehr als 4 Millionen Kilo  ein wichtiger Industriezweig der Insel.


Die Geschichte von Lanzarote geht aber noch viel weiter zurück. Die Ureinwohner Lanzarotes waren die Guanchen, welche von den Spaniern vor ca. 800 Jahren gewissermaßen ausgerottet worden sind. Überreste ihrer Töpferwaren werden bis heute auf der Insel gefunden.

Zum Glück für Lanzarote wurde 1919 ein außergewöhnlicher und sehr begabter Architekt und Künstler – César Manrique – geboren, der es sich zur Lebensaufgabe gemacht hat, die besonderen Schönheiten seiner Insel auf eine einzigartige Weise hervorzuheben. Durch seinen großen Einfluss auf die Bauplanungen verhinderte er somit Zeit seines Lebens maßlose  Bausünden im Tourismusbereich. Keine Hochhäuser, keine Reklametafeln und flächenmäßig anteilig mehr Kunst als irgendwo anders auf der Welt. Sein Vermächtnis an Sehenswürdigkeiten (z. B. Jameos del Agua, Mirador del Rio, Fundación César Manrique, Jardín de Cáctus) ist außergewöhnlich und alle davon sind es wert, sie zu besuchen.

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